Stand: Juni 2026

Über Rot gefahren, was kostet das?

Bußgeld, Punkte und Fahrverbot beim Rotlichtverstoß, einfacher und qualifizierter Verstoß im Überblick, plus der Check, ob sich ein Einspruch lohnt.

Bußgeld
90 bis 360 €
Punkte
1 bis 2
Fahrverbot
möglich

*Bei einem Bußgeldbescheid fallen zusätzlich Gebühren und Auslagen an.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein einfacher Rotlichtverstoß kostet im Regelfall 90 € und 1 Punkt.
  • War die Ampel beim Überfahren bereits länger als eine Sekunde rot, liegt in der Regel ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor; dann drohen 200 €, 2 Punkte und meist 1 Monat Fahrverbot.
  • Bei Gefährdung oder Sachschaden erhöhen sich die Sanktionen.
  • Ob die Rotphase im Einzelfall korrekt festgestellt wurde, kann rechtlich geprüft werden. 
Bußgeldtabelle: Rotlichtverstoß
Regelsätze nach BKatV.
TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotEinspruch-CheckAnzeige
Einfacher Rotlichtverstoß90 €1keinHier prüfen
Qualifiziert (Ampel > 1 Sek. rot)200 €21 MonatHier prüfen
…mit Gefährdung320 €21 MonatHier prüfen
…mit Sachbeschädigung360 €21 MonatHier prüfen
Steht Ihr Fall in einer der unteren Zeilen? Hier prüfen, ob sich ein Einspruch lohnt
Worum es rechtlich geht

Wer eine rote Ampel überfährt, begeht einen Rotlichtverstoß. Entscheidend für die Höhe der Folgen ist, wie lange die Ampel beim Überfahren bereits Rot zeigte. Bis zu einer Sekunde spricht man vom einfachen, ab mehr als einer Sekunde vom qualifizierten Rotlichtverstoß.

Die Eine-Sekunde-Grenze

Diese Schwelle entscheidet über das Fahrverbot, und sie hängt an der genauen Messung der Rotzeit. Stammt der Wert aus einer Schätzung oder einer fehlerhaft eingestellten Anlage, ist der qualifizierte Verstoß angreifbar. Das ist der häufigste Ansatzpunkt für einen Einspruch.

Schnell-Check

Tatbestand wählen, die geschätzte Folge erscheint sofort.

Bescheid bekommen? Gerade beim qualifizierten Rotlichtverstoß ist die Messung der Rotzeit oft angreifbar, ein kurzer Check zeigt, ob sich ein Einspruch in Ihrem Fall lohnt.

Einspruch prüfen
Häufige Fragen

Wenn die Ampel beim Überfahren bereits länger als eine Sekunde Rot zeigte. Dann drohen 200 € statt 90 €, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Je nach Kreuzung über Induktionsschleifen, Kameras oder die Beobachtung durch Polizeibeamte. Schätzungen und fehlerhaft kalibrierte Anlagen sind ein häufiger Angriffspunkt.

Beides ist möglich: Bei einem Rotlichtverstoß mit einem ortsfesten Blitzer erhalten Sie den Bescheid in der Regel per Post. Findet eine Kontrolle vor Ort statt, hält die Polizei Sie unmittelbar an.

Nein. Bei Gelb müssen Sie anhalten, sofern das gefahrlos möglich ist. Geahndet als Rotlichtverstoß wird erst das Überfahren bei Rot. Knappe Gelbphasen sind ein häufiger Streitpunkt.

Ein Punkt wird nach zweieinhalb Jahren getilgt, zwei Punkte nach fünf Jahren. Die Frist beginnt mit der Rechtskraft des Bescheids.

Wer einem Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn Platz machen muss, kann sich unter Umständen auf einen rechtfertigenden Notstand berufen. Ob das im Einzelfall gilt, hängt von der konkreten Situation ab und sollte im Zweifel belegt werden (z.B. durch Kennzeichen, Uhrzeit, Zeugen).

Bei ortsfesten Anlagen meist ja. Über Akteneinsicht lassen sich Foto, Messprotokoll und die genaue Rotzeit prüfen, was für einen Einspruch entscheidend sein kann.